
Die Nachrichten überschlagen sich in den letzten Wochen und Monaten. Griechenland steht kurz vor dem Staatsbankrott. Spanien, Irland, Portugal und selbst Italien werden als Problemfälle behandelt und sogar in den gleichgeschalteten Medien wird ein Ende der Währungsunion nicht mehr als ausgeschlossen betitelt. Derweil ergehen sich die „wackeren Verteidiger der europäischen Idee“ in immer dreisteren Forderungen an die Regierungen der betroffenen Länder, um bei diesen das fortzusetzen, was man im eigenen Parlament mit der Verabschiedung des 211Mrd. Paketes des EFSF begann. Nämlich die früher oder später, aufgrund des unausweichlichen Schuldenschnittes, notwendig gewordene Rettung der Banken auf Kosten der Bevölkerung der europäischen Länder unter dem Deckmantel der Eurorettung. Das hat den eingefleischten Eurogegnern, nicht zuletzt durch eine immer skeptischer werdende Bevölkerung, in den letzten Monaten wieder enormen Rückenwind beschert und schon sinniert man fröhlich über die Rückkehr zur „guten alten D-Mark“ .
Doch die Idee, NUR mit einer Rückkehr zu den nationalstaatlichen Währungen die Krise zu lösen, ist nicht nur sehr weit hergeholt – sie birgt bei einem Alleingang Deutschlands und ohne weitere weitreichende Änderungen auf ökonomischer Ebene auch erhebliche Gefahren in sich. Einerseits, bei einem Austritt Deutschlands aus der Währungsunion, würde die wieder eingeführte D-Mark sofort gegenüber dem Euro deutlich aufwerten, was der derzeit noch exportorientierten Wirtschaft Deutschlands schnell den Todesstoß versetzten würde. Andererseits, bei Auflösung der kompletten Währungsunion, würde es Anstrengungen geben, das Kapital in möglichst starke Landeswährungen zu investieren (wie etwa der D-Mark), was durch den Zuwachs an Kapital zur Inflation führen könnte. Und dieser Zusammenbruch, welcher wieder einmal einseitiges Elend über die Arbeiterschaft bringen würde, kann einer Bewegung, welcher sich eben jener verschreibt, nicht gut gelegenes Mittel sein. Weiterlesen »